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	<title>Europa- und Außenpolitik &#8211; Boris Mijatovic</title>
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	<description>Bundestagsabgeordneter für Kassel</description>
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	<title>Europa- und Außenpolitik &#8211; Boris Mijatovic</title>
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		<title>Rede im Deutschen Bundestag vom 11. Juni 2026: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der internationalen Sicherheitspräsenz in Kosovo (KFOR)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 08:30:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>
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					<description><![CDATA[Boris Mijatović (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Botschafter, lieber Faruk Ajeti! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, die Republik Kosovo hat am [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-video"><video height="360" style="aspect-ratio: 640 / 360;" width="640" controls src="https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/06/Rede-KFOR.mp4"></video></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Boris Mijatović</strong> (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Botschafter, lieber Faruk Ajeti! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, die Republik Kosovo hat am Wochenende gewählt, und ja, das dritte Mal in anderthalb Jahren. Aber das ist eher eine verfassungstechnische Frage, weil sich im Parlament eben keine Zweidrittelmehrheit für die Wahl der Präsidentin oder des Präsidenten gefunden hat. Von daher ist das keine beunruhigende Situation, sondern eher eine rechtliche Frage, über die man nachdenken muss. Aber die gute Nachricht an der Stelle ist doch: Die Wahlen sind fair, frei und ohne Zwischenfälle verlaufen, meine Damen und Herren. Das ist das Positive, das wir aus diesem Wochenende ziehen sollten. Und das ist auch eine Leistung der KFOR-Kräfte, die weiterhin im Land sind und dort von allen Seiten hohe Anerkennung und Beliebtheit erfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lieber Herr Wehrbeauftragter, bitte nehmen Sie auch hier die Grüße an die deutsche Kompanie mit, die im Einsatz ist, und vor allen Dingen an die Leitungskräfte des NALT. Wir haben in der Region den Bedarf; er ist angesprochen worden. Vielen Dank, Herr Kollege, für die deutlichen Ausführungen! Denen schließe ich mich vollumfänglich an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber eine Sache möchte ich dann doch deutlich machen, nämlich warum es wichtig ist, nach 27&nbsp;Jahren weiterhin im Land präsent zu sein. Und das ist der Schein, der bei vielen Demonstrationen und vielen anderen Ereignissen im Land doch trügerisch ist. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Kurz vor Neujahr 2023 standen zwei Lkw quer auf einer Straße in Mitrovica. Was aussah wie eine ganz harmlose Straßensperre, stellte sich im Nachgang als militärisch-taktisch geplant heraus. Nicht nur waren die Lkw so gestellt, dass man nicht leicht daran vorbeikam, sondern an der Seite waren auch Gänge freigelassen worden, die mit Sprengfallen gespickt waren. Solche Ereignisse sind kein Zufall, und sie zeigen, dass im Kosovo weiterhin Gefahr vor allen Dingen von außen droht, um es deutlich zu sagen: vom nördlichen Nachbarn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Glauben Sie nicht? Ich gebe Ihnen ein zweites Beispiel. Sie alle haben den Überfall auf das Kloster Banjska in Kosovo mitgekriegt. Ein serbisches Kloster wird von serbischen Paramilitärs angegriffen, namentlich unter der Führung eines gewissen Herrn Radoičić. Dieses Kloster sollte von kosovarischen Sicherheitskräften entsprechend befreit werden, was in den Medien am Ende das Bild produziert hätte: Ein serbisch-orthodoxes Kloster im Norden des Kosovo wird von kosovarischen Sicherheitskräften angegriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Damen und Herren, wir müssen uns mit der Sicherheitslage im Südosten unseres Kontinents stärker befassen: wer Freund und wer Feind ist und wer mit welchen perfiden Mitteln in dieser Region operiert. Ich halte es für bezeichnend, dass zum Ersten die Qualität der Waffen, die dort bei dieser Gruppe um Herrn Radoičić gefunden wurden, militärisch durchaus von Belang ist und dass zum Zweiten dieser Mann in Serbien weiterhin auf der Flucht ist. Also: Haltet den Dieb!</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deswegen finde ich es wichtig, dass wir von Deutschland aus uns an dieser Mission beteiligen, dass wir mit der Bundeswehr dort präsent sind und zur Stabilität in der Region beitragen, und zwar nicht nur bei inneren Angelegenheiten, bei Demonstrationen oder Ähnlichem, sondern vor allen Dingen auch bei der Grenzsicherung. Wenn Sie sich die Grenze des Kosovo zu Serbien anschauen, dann erkennen Sie: Das Grenzgebiet ist wie ein Dreieck. Sie haben da viele Wälder, und gerade die Schmuggelrouten sind ein Riesenproblem. Deswegen noch mal der Dank an die deutsche Kompanie, die dort im Einsatz ist und entsprechend mit Feldjägern und Equipment unterstützt und zur Bewältigung dieser Situation trägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lassen Sie mich zum Abschluss aber noch eine Sache sagen, die ich gerne von der Bundesregierung sehen würde. Ich würde mir wünschen, dass wir mehr Einsatz für die Republik Kosovo in Europa zeigen. Wir haben dazu eine Gelegenheit: Von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates wurde mit Mehrheit beschlossen, diese aufzunehmen. Das Ministerkomitee könnte hier nachsteuern. Ich fordere Sie auf der Regierungsbank auf: Setzen Sie sich bitte endlich dafür ein, dass die Republik Kosovo in den Europarat aufgenommen wird! Damit wäre vielen Menschen geholfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)</p>
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		<item>
		<title>Rede im Deutschen Bundestag vom 11. Juni 2026: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der durch die Europäische Union geführten Operation EUFOR ALTHEA in Bosnien und Herzegowina</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2026/06/15/rede-im-deutschen-bundestag-vom-11-juni-2026-fortsetzung-der-beteiligung-bewaffneter-deutscher-streitkraefte-an-der-durch-die-europaeische-union-gefuehrten-operation-eufor-althea-in-bosnien-und-herz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 08:28:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>
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					<description><![CDATA[Boris Mijatović (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bosnien und Herzegowina ist in diesen Tagen erneut in den Medien. Nicht nur [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-video"><video height="360" style="aspect-ratio: 640 / 360;" width="640" controls src="https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/06/Rede-EUFOR.mp4"></video></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Boris Mijatović</strong> (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bosnien und Herzegowina ist in diesen Tagen erneut in den Medien. Nicht nur hat das Land die Teilnahme an der Fußball-WM erreicht, nein, Bosnien und Herzegowina stellt auch die heimliche Hymne für das größte Fußballturnier der Welt bereit. Das ist ein toller Erfolg. Lieber Herr Botschafter, danke, dass Ihr Land uns an dieser Stelle musikalisch positiv über viele unrühmliche Meldungen der FIFA hinweghilft! Ihrem Nationalteam alles Gute für das Turnier!</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der CDU/CSU und der SPD)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger positiv sind die öffentlichen Meldungen zum Rückzug des Hohen Repräsentanten, die uns seit Mitte Mai erreichen. Während Christian Schmidt selbst persönliche Gründe für seinen Rückzug aus dem Amt anführt, ist man sich in der öffentlichen Debatte weitgehend einig: Schmidt musste den Stuhl räumen, weil er im Land Herrn Dodik konsequent den Friedensvertrag von Dayton vor die Nase gehalten hat und daran erinnert hat, dass dieser Vertrag gilt. Und das hat insbesondere in den USA zu Verärgerung geführt. Dabei sind die Angriffe Milorad Dodiks auf den Gesamtstaat Bosnien und Herzegowina zur Spaltung des Landes gegen den Friedensvertrag von Dayton gerichtet, und das ist seit Jahren bekannt. Meine Damen und Herren, diese nationalistischen Handlungen, die den Gesamtstaat infrage stellen, diese Attacken dürfen wir nicht hinnehmen. Deutschland steht fest an der Seite aller Menschen in Bosnien und Herzegowina.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sind wir beim deutschen Engagement. Ich bin sehr froh, dass wir in der letzten Legislatur unsere Beteiligung an diesem internationalen Mandat EUFOR Althea wieder aufgenommen haben. Unser Dank gilt den Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, die für die Sicherheit der Menschen tagtäglich unterwegs sind und für Frieden in der Westbalkanregion sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Diana Herbstreuth (CDU/CSU) und Jasmina Hostert (SPD))</p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle erlauben Sie mir bitte, die Arbeit in den Beobachtungsposten und Verbindungshäusern, den sogenannten LOT-Häusern, herauszuheben. Von 21 dieser Beobachtungsposten betreibt unsere Bundeswehr genau zwei: eins in Vlasenica im Nordosten des Landes und eins in Čapljina, einem Küstenort in der Nähe von Mostar. Hier werden täglich Lagebilder erstellt, wird mit der Zentrale kommuniziert, werden aktuelle Ereignisse mit möglichen Folgen rückgekoppelt und analysiert und tagtäglich mehrere Patrouillen gefahren. Wir sind präsent im Land, und das kriegen die Menschen auch mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter schwierigen räumlichen Bedingungen sind unsere Soldatinnen und Soldaten dort im Einsatz, mit sehr kurzen Dienstzeiten. Aber sie leisten hervorragende Arbeit in diesen LOT-Häusern &#8211; ich möchte Sie an dieser Stelle bitten, Herr Wehrbeauftragter, das der Truppe auszurichten -; denn sie sind im Kontakt und im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, sie sind im Austausch mit zivilen Einrichtungen, und sie engagieren sich ehrenamtlich. Das ist toll, und das ist ein Erfolg dieser Mission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Präsenz ist auch deswegen so wichtig, weil sie ein Gesamtgefühl schafft: Wir sind vor Ort da. &#8211; Das internationale EUFOR-Mandat sieht vor, dass wir aus 21 sogar 25 LOT-Häuser machen könnten. Vielleicht ist es eine Idee, Herr Wehrbeauftragter &#8211; und das sage ich auch in Richtung des Verteidigungsausschusses -, dass wir aus der Bundeswehr heraus ein drittes Haus bestücken. Ich wäre dafür, weil die Arbeit sich wirklich auszahlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, wir müssen weiterhin darauf achten, dass wir die extremistischen Kräfte im ganzen Land im Blick behalten. Im Oktober sind Wahlen, und genau hier müssen wir als internationale Gemeinschaft darauf achten, dass die Friedensordnung, die in Dayton zustande kam, gewahrt bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lieber Peter Beyer, ich möchte mich dir anschließen. Ich bin sicher mit Christian Schmidt nicht immer einer Meinung gewesen &#8211; klar, das kannst du jetzt mit einem Lächeln kommentieren -; aber der Hohe Repräsentant hat &#8211; und du hast deine gesamte Redezeit darauf verwendet &#8211; Respekt dafür verdient. Er hat seine Person in den Einsatz für diesen Friedensvertrag gestellt, und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ich wünsche ihm persönlich alles Gute und Bosnien und Herzegowina nichts weniger als den Weltmeistertitel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank.</p>
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		<item>
		<title>Hands off Vjosa-Narta!</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2026/06/11/hands-off-vjosa-narta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 15:26:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Gemeinsam mit Kolleg*innen habe ich mich in einem Schreiben an die Europäische Kommission gewandt, um auf die Gefährdung des Schutzgebiets Vjosa-Narta in Albanien aufmerksam zu machen. Der Bau des Flughafens [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit Kolleg*innen habe ich mich in einem Schreiben an die Europäische Kommission gewandt, um auf die Gefährdung des Schutzgebiets Vjosa-Narta in Albanien aufmerksam zu machen. Der Bau des Flughafens Vlora und weitere Tourismusprojekte bedrohen eines der ökologisch wertvollsten Feuchtgebiete Europas. Ich setze mich dafür ein, dass Biodiversitätsschutz und die Einhaltung europäischer Umweltstandards auch im EU-Beitrittsprozess konsequent berücksichtigt werden.</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Boris Mijatović wirft Bundesregierung Versagen beim Völkerrecht vor</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2026/03/17/boris-mijatovic-wirft-bundesregierung-versagen-beim-voelkerrecht-vor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 08:40:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte & humanitäre Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Michael Hesse Die Regierung vermeidet eine klare Bewertung der Iran-Angriffe. Der Grünen-Politiker kritisiert die unverbindliche Haltung scharf. Die Bundesregierung vermeidet eine eigene völkerrechtliche Bewertung der seit dem 28. Februar [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von <a href="https://www.fr.de/autor/michael-hesse-cy94205b6.html" data-type="link" data-id="https://www.fr.de/autor/michael-hesse-cy94205b6.html" target="_blank" rel="noopener">Michael Hesse</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung vermeidet eine klare Bewertung der Iran-Angriffe. Der Grünen-Politiker kritisiert die unverbindliche Haltung scharf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung vermeidet eine eigene völkerrechtliche Bewertung der seit dem 28. Februar erfolgten militärischen Angriffe der USA und Israels auf iranisches Staatsgebiet. In ihrer Antwort auf eine schriftliche Frage des Grünen-Abgeordneten Boris Mijatović verweist sie auf die Charta der Vereinten Nationen und die „einschlägigen Regeln des Völkerrechts“. Zugleich heißt es, die Vereinigten Staaten hätten ihre Rechtsauffassung in der Sitzung des&nbsp;<a href="https://www.fr.de/politik/geschichte-un-vereinte-nationen-frieden-staatenbund-92673909.html" target="_blank" rel="noopener">UN</a>-Sicherheitsrats vom 28. Februar 2026 dargelegt. Die Bundesregierung betont zudem, sie sei Frieden und Sicherheit in der Region verpflichtet und setze sich für die Achtung und Stärkung des Völkerrechts ein. In ihrer Antwort rückt die Bundesregierung vor allem den Iran in den Mittelpunkt. Sie habe Teheran – „ähnlich wie die europäischen Partner“ – wiederholt aufgefordert, sein militärisches Nuklearprogramm überprüfbar einzustellen, das ballistische Raketenprogramm zu begrenzen, destabilisierende und terroristische Aktivitäten in der Region zu beenden und keine Gewalt gegen die eigene Bevölkerung auszuüben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mijatović reagierte darauf mit scharfer Kritik. Die Antwort der Bundesregierung sei „bemerkenswert unverbindlich“, erklärte der Grünen-Politiker. Einerseits betone sie die Achtung des Völkerrechts, andererseits unterlasse sie jede eigene Bewertung der Angriffe auf iranisches Staatsgebiet. Damit verspiele die Bundesregierung die Chance, sich glaubwürdig für das Völkerrecht einzusetzen. Die ungenügende Positionierung sorge „zurecht für Frust in der Koalition“, sagte Mijatović. Zugleich hob der Abgeordnete hervor, die massiven Menschenrechtsverletzungen des iranischen Regimes an der eigenen Bevölkerung seien „fürchterlich und unbestreitbar“. Gerade deshalb sei es überfällig, den UN-Sicherheitsrat aufzufordern, diese Verbrechen an den Internationalen Strafgerichtshof zu überweisen, damit sie rechtsstaatlich verfolgt werden könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Militäreinsätze der USA und Israels erfolgen nach Auffassung Mijatovićs „völkerrechtswidrig, ohne Strategie und werden zum Risiko für die gesamte Region“. Sie zeigten einmal mehr, wie die Macht der Großmächte internationales Recht untergrabe. Für den Schutz der Bevölkerung im Iran gebe es zahlreiche Mechanismen, die weder von den USA noch von Israel ernsthaft umgesetzt worden seien. Auch ein internationales Mandat über den UN-Sicherheitsrat oder die UN-Generalversammlung habe gefehlt. Diese Lücke in der internationalen Zusammenarbeit müsse die Bundesregierung klar benennen und gemeinsam mit ihren Partnern die internationale Ordnung verteidigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hintergrund der Anfrage ist auch ein Interview von Bundeskanzler <a href="https://www.fr.de/politik/friedrich-merz-per33648/" target="_blank" rel="noopener">Friedrich Merz</a>, in dem er mit Blick auf das Vorgehen der USA und Israels von einem „Dilemma“ zwischen völkerrechtlicher Einordnung und außenpolitischer Praxis gesprochen hatte. In der Bundestagsdebatte hatte die Bundesregierung bereits betont, der Angriff auf Iran sei eine Entscheidung der USA und Israels, nicht Deutschlands oder Europas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/boris-mijatovic-wirft-bundesregierung-versagen-beim-voelkerrecht-vor-94220180.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/boris-mijatovic-wirft-bundesregierung-versagen-beim-voelkerrecht-vor-94220180.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Watch or act – 20 Jahre Haft für Jimmy Lai</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2026/02/27/watch-or-act-20-jahre-haft-fuer-jimmy-lai/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Feb 2026 09:48:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte & humanitäre Hilfe]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute Morgen hatte ich im Rahmen eines parlamentarischen Briefings die Ehre, Sebastien Lai, den Sohn von Jimmy Lai, gemeinsam mit einer renommierten Anwältin aus seinem internationalen Rechtsteam sowie Dr. Mareike [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Heute Morgen hatte ich im Rahmen eines parlamentarischen Briefings die Ehre, Sebastien Lai, den Sohn von Jimmy Lai, gemeinsam mit einer renommierten Anwältin aus seinem internationalen Rechtsteam sowie Dr. Mareike Ohlberg, einer der führenden deutschen China-Expertinnen, willkommen zu heißen. Wir trafen uns mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Deutschen Bundestag, mit Vertreterinnen und Vertretern der Presse sowie der Zivilgesellschaft, um über das Urteil gegen Jimmy Lai zu sprechen, das am 9. Februar 2026 in Hong Kong verkündet wurde.</p>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<p class="wp-block-paragraph">Der Fall Jimmy Lai ist exemplarisch. Er steht in seiner ganzen Ungerechtigkeit dafür, wie die Volksrepublik China versucht, Personen einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen, die sich für Demokratie und grundlegende Freiheitsrechte einsetzen. In seinem Fall und in dem verheerenden Urteil geht es nicht um einen einzelnen Mann. Dieses Urteil soll als Warnung an all jene dienen, die demokratische Werte verteidigen. Mit solchen Strafverfahren verfolgt Peking das Ziel, all diejenigen abzuschrecken und einzuschüchtern, die Kritik Richtung Peking äußern – sowohl im eigenen Staatsgebiet als auch weit darüber hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><br></p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese transnationale Repression macht nicht an den Grenzen Chinas halt und ist auch nicht auf Hongkong beschränkt. Aktuell beobachten wir eine Zunahme transnationaler Repression, bei denen die chinesischen Behörden versuchen, Kritikerinnen und Kritiker selbst im Ausland unter Druck zu setzen, zu bedrohen oder zum Schweigen zu bringen. Die Botschaft ist eindeutig: Niemand, der seine Stimme erhebt, soll sich sicher fühlen, egal wo er oder sie sich gerade befindet.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="1067" src="https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/02/JimmyLai_Veranstaltung2-1-800x1067.jpg" alt="JimmyLai Veranstaltung2 1" class="wp-image-4293" style="aspect-ratio:0.7497757847533633;width:412px;height:auto" title="Watch or act – 20 Jahre Haft für Jimmy Lai 1" srcset="https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/02/JimmyLai_Veranstaltung2-1-800x1067.jpg 800w, https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/02/JimmyLai_Veranstaltung2-1-400x533.jpg 400w, https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/02/JimmyLai_Veranstaltung2-1-768x1024.jpg 768w, https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/02/JimmyLai_Veranstaltung2-1-1152x1536.jpg 1152w, https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/02/JimmyLai_Veranstaltung2-1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<p class="wp-block-paragraph">Das Urteil hat zudem weitreichende internationale Konsequenzen. In der 1984 unterzeichneten Sino-Britischen Erklärung hat China sich verpflichtet, die grundlegenden Rechte und Freiheiten in Hongkong zu wahren. Diese Verpflichtung wird nun offen untergraben.<br><br></p>
</div>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<p class="wp-block-paragraph">Hier ist auch die Bundesregierung in der Pflicht das Thema auf die politische Agenda zu bringen. Der Bundeskanzler war diese Woche in China. Die Bundesregierung hat selbst festgestellt, dass Urteil und Strafmaß gegen Jimmy Lai eine tiefgreifende Verschlechterung für Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit in der Sonderverwaltungszone Hongkong bedeuten. Mit dem Urteil sendet Peking das Signal, dass es internationale Verträge nicht als rechtlich bindend betrachtet, das Völkerrecht missachtet und die regelbasierte internationale Ordnung nicht respektiert. Diesen Kurs zu ignorieren wäre nicht nur naiv, sondern auch gefährlich.<br></p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir bekräftigen daher unsere klare und dringende Forderung: Jimmy Lai muss unverzüglich freigelassen werden. #freejimmylai</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Reisebereicht zum Thema Desinformation mit dem Menschenrechtsausschuss in Lettland und Finnland</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2026/01/26/mein-reisebereicht-zum-thema-desinformation-mit-dem-menschenrechtsausschuss-in-lettland-und-finnland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nico Zöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2026 22:05:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dienstreisen]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte & humanitäre Hilfe]]></category>
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					<description><![CDATA[Finnland und Lettland sind zwei Länder, die zu bereisen ich herzlich gerne empfehlen möchte. Helsinki und Riga standen für den Menschenrechtsausschuss an, der sich in den letzten sechs Monaten intensiv [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Finnland und Lettland sind zwei Länder, die zu bereisen ich herzlich gerne empfehlen möchte. Helsinki und Riga standen für den Menschenrechtsausschuss an, der sich in den letzten sechs Monaten intensiv mit dem Thema „Desinformation“ befasst hat. Im November hatte ich Euch schon von der Anhörung im Ausschuss berichtet (hier nachzulesen oder noch mal anzuschauen), nun stand der Einblick in die praktische Arbeit mit Ländern an, die sich sehr stark aufgestellt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorneweg und grundsätzlich beeindruckend fand ich den gesellschaftlichen Konsens in beiden Ländern gegenüber dem Nachbarn Russland, aber vor allem das Vertrauen der Menschen in ihren Staat und die Institutionen wie Polizei, Justiz und Politik. Das Thema „Beeinflussung von öffentlichen Debatten“ und „Desinformation“ wurde unmittelbar im Zusammenhang gesehen, mit den hybriden Angriffen Russlands auf die Infrastruktur, auf Informationssysteme aber eben auch auf Unterseekabel in der Ostsee. Finnland hat ein sehr klare Aufgabenteilung und arbeit integriert von der Aufklärung (was passiert wo) bis hin zu Maßnahmen, die nach zuständigen Behörden (Ämter, Polizei, Verteidigung, Militär) sehr klar ist. In Lettland besteht ein ähnlich stark strukturierter Ansatz, und es fiel mehrfach auf, dass hier Antworten auf Fragen vorlagen, die in Deutschland nicht mal gestellt wurden. Zum Beispiel ist die Frage von Bedrohungen von Aussen auch eine Frage, wie stark das Militär nach innen wirken darf. Diese Frage wird fortlaufend geprüft, aber vorläufig klar beantwortet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spannend war auch der Austausch zur digitalen Technik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soziale Medien werden von Russland stark genutzt, um falsche Informationen in grosser Zahl auf den Plattformen und in Messenger Diensten zu verbreiten und damit Verunsicherung und Angst in den Zielländern in der Bevölkerung zu verbreiten. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu erreichen, mit besonders drastischen Worten oder überzogenen, falschen Behauptungen den öffentlichen Diskurs zu bestimmen und damit auch politische Debatten zu starten oder zu beeinflussen. Dazu werden auch nachrichtendienstliche Methoden, der Infiltration, der Manipulation von Bildern oder Videos bis hin zur Übernahme und dem Hacken von Konten, benutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützt wird diese Arbeit durch eine ganze Industrie, die den Fake produziert (automatisierte Psoting aus „Bot-Farbiken“) und alle Arten von Services (Likes, Comments, Follower, Profiles) „verkauft“. Falsche Profile (Fake Profiles) sind dabei täuschend echt und werden am Fliessband erstellt und zentral verwaltet. So können sie mittels Software hunderte Fake Profiles gleichzeitig zu Aktionen / Reaktion im Netz „bewegen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Künstliche Intelligenz (KI) verändert weiter in einem rasenden Tempo unsere Informationsgewinnung, -verarbeitung sowie die Art und Weise wie wir Informationen aufnehmen. Die KI-gestützte Manipulation von Bildern und Videos ist weit fortgeschritten. Zuletzt führte in Deutschland die verfälschte Berichterstattung von Daniel Günther bei Markus Lanz zu einer Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit und die Bedeutung von qualitativen Ansprüchen an Berichterstattung (<a href="https://www.kn-online.de/schleswig-holstein/daniel-guenther-und-nius-rechtsstreit-geht-weiter-Q6LKB4YXJZA7VHHXE4HMHGIQSQ.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.kn-online.de/schleswig-holstein/daniel-guenther-und-nius-rechtsstreit-geht-weiter-Q6LKB4YXJZA7VHHXE4HMHGIQSQ.html</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neueren Datum ist die Verfälschung eines Bildes durch das Weisse Haus. Hier wurde von der aktuellen Administration unter Donald Trump nicht mal bestritten, dass diese Manipulation stattgefunden hat (<a href="https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-festnahme-buergerrechtlerin-weisses-haus-ki-bild-fake-100.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-festnahme-buergerrechtlerin-weisses-haus-ki-bild-fake-100.html</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sicherheitsbereich stehen die Europäer gemeinsam vor der Aufgabe, die gezielte Angriffe auf unsere Rechenzentren, auf Umspannwerke, auf Flughäfen und Bahnstrecken aber eben auch auf unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt im Blick zu behalten. Das habe ich aus Finnland und Lettland mitgenommen: wir haben Vertrauen in unsere Demokratie. Dass heisst nicht, alles unkritisch hinzunehmen, aber es heisst auch, nicht in Angst zu erstarren und in Panik zu verfallen. Wir sind gut aufgestellt in Europa und können aggressiven und autoritären System deutlich eine Antwort geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein super Beispiel für kreative Politik generell liefert Lettland. Aufgrund hoher Probleme mit Trunkenheit am Steuer, hat die lettische Regierung eher ungewöhnliche Maßnahmen ergriffen. Bei Feststellung hoher Trunkenheit am Steuer, kann das Fahrzeug konfisziert werden. Dieses behält der Staat derzeit jedoch nicht bei sich, sondern sendet sie der Ukraine, die damit ihre Verteidigung gegen den Angriffskrieg Russlands nutzt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rede im Deutschen Bundestag vom 16. Januar 2026: Deutschlands Rolle bei der Verteidigung der internationalen Ordnung</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2026/01/16/rede-im-deutschen-bundestag-vom-16-januar-2026-deutschlands-rolle-bei-der-verteidigung-der-internationalen-ordnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 17:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>
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					<description><![CDATA[Boris Mijatović (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bei manchen Reden der AfD muss ich mich doch sehr wundern. Ich komme [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-video"><video height="360" style="aspect-ratio: 640 / 360;" width="640" controls src="https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2026/01/7647783_h264_640_360_1000kb_baseline_de_1000.mp4"></video></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Boris Mijatović</strong> (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bei manchen Reden der AfD muss ich mich doch sehr wundern. Ich komme mir vor wie am Vorabend von 1914. Eine regelbasierte internationale Ordnung ist ja kein Selbstzweck. Es ist kein moralischer Überbau oder ein moralischer Anspruch, den wir aus reiner Langeweile nach außen tragen. Es ist in unserem Interesse, dass es diese Ordnung gibt, meine Damen und Herren, und deswegen müssen wir diese auch verteidigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Hubertus Heil (Peine) (SPD))</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Sie am Wochenende Gelegenheit finden, bemühen Sie gerne Geschichtsbücher. Der Grund für diese internationale Ordnung sind bittere Erfahrungen aus zwei Weltkriegen. Die Vereinten Nationen fußen auf dem Gewaltverbot, eben weil wir gelernt haben, dass Aufrüstung an der Stelle zu mehr Krieg führt. Ein Verlust der Ordnung würde dazu führen, dass es mehr Gewalt und Kriege gibt, und das erleben wir gerade im Augenblick.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beatrix von Storch (AfD): Deshalb sind Sie für die Vergrößerung der Bundeswehr!)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Verteidigung wäre mir auch recht, liebe Bundesregierung, wenn wir nicht nur militärisch über Verteidigung reden, sondern eben auch politisch. Das ist mir in Ihren Beiträgen etwas zu kurz gekommen. Ich finde es wichtig, und Herr Hardt hat es auch angesprochen: Ja, dann nimmt man sich zwei, drei Tage Zeit. Aber den Völkerrechtsbruch in Venezuela können Sie nicht mit dem brutalen Regime des Herrn Maduro entschuldigen, und Sie brauchen dafür auch nicht das Wort Komplexität zu bemühen. Das ist ein glasklarer Bruch von Regeln, die wir uns gegeben haben, und da müssen wir aufpassen, dass wir nicht willkürlich werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der Linken)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Damen und Herren, es ist aber auch nicht die Zeit für Nachhilfestunden, auch wenn die AfD dringend nachsitzen müsste. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns die Vorteile der internationalen Ordnung noch mal vor Augen führen. Dazu gehört nicht zuletzt das wirtschaftliche Handeln. Ohne Vertrauen in Verträge, ohne Verlässlichkeit, ohne sich bei getroffenen Verabredungen sicher zu sein, dass das Gegenüber nicht seine Macht ausnutzt und damit davonkommt, wird es keine gedeihliche wirtschaftliche Entwicklung geben, auch keine sportliche, auch keine kulturelle. Wir sind in dieser Welt dazu verdammt, gemeinsam zu handeln. Ja, das ist anstrengend; ich werde gleich einige Beispiele bringen. Aber wenn die USA die Beweise nicht vorlegen, die sie zu den Vorwürfen gegen den Staatspräsidenten Venezuelas haben -Entschuldigung, dann ist das ein Rechtsbruch, den wir verurteilen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Katrin Fey (Die Linke))</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dieser selektiven Auslegung können wir weitermachen. Wir erleben Vereinte Nationen, die massiv unter Druck stehen. Ich habe es hier an diesem Pult mehrfach gesagt: In der humanitären Hilfe kürzen wir massiv, in den letzten beiden Haushaltsjahren um mehr als 50&nbsp;Prozent. Wir haben Strukturen wie den Menschenrechtsrat, wo wir in der Architektur des Systems mehr brauchen als nur schöne Worte. Wir brauchen die materielle Unterstützung. Für den Iran wurde vor drei Jahren die Fact Finding Mission vom Menschenrechtsrat eingerichtet, weil die Verbrechen dort nicht erst gestern angefangen haben. Die Verlängerung dieses Mandats ist die Aufgabe dieser Bundesregierung, und da würde ich mir mehr Aktivität wünschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN &#8211; Sara Nanni (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Deutlich mehr!)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gleiche gilt auch für andere Teile dieser Welt. Es muss doch in unserem Interesse sein, zu erfahren, was passiert, wenn so etwas wie eine Wahl in Myanmar abgehalten wird. Das ist eine Militärjunta, die sich ihre Wahlbezirke zurechtbombt &#8211; das muss man so deutlich sagen -; diese Wahlen sind eine Farce. Wenn aber Partner wie Indien, wenn Partner und Freunde wie Thailand diese Wahlen anerkennen, dann muss uns das doch alarmieren. Auch da würde ich mir klarere Aussagen wünschen. Auch dieser Mechanismus zur Ahndung der Verbrechen der Militärjunta in Myanmar wird über den Menschenrechtsrat finanziert, und auch hier müssen wir aufmerksam sein, genau hinschauen und für die Finanzierung sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lassen Sie mich noch eine andere Organisation nennen, der ich persönlich sehr verbunden bin, die wir hier als Bundesrepublik Deutschland vor über 20&nbsp;Jahren maßgeblich mit auf den Weg gebracht haben: Das ist der Internationale Strafgerichtshof. In keiner Rede habe ich bis jetzt gehört, dass wir uns an die Seite derer stellen, die dort ermitteln, die dort auf der Richterbank sitzen und die persönlich von Sanktionen durch die USA betroffen sind. Wer seine wirtschaftliche Macht missbraucht, um politisch Einfluss zu nehmen auf die Untersuchung von Kriegsverbrechen, dem müssen wir doch sehr deutlich die Frage stellen, ob er noch unser Freund sein will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Hubertus Heil (Peine) (SPD))</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Strafgerichtshof fußt auf dem Rom-Statut, fußt auf der Ahndung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und genau diese Institution brauchen wir jetzt im Iran. Wir kriegen es aber nicht hin, diese Leute zu unterstützen. Ganz ehrlich, Herr Hardt, da würde ich mir von Ihrer Bundesregierung mehr wünschen. Sie haben eben danach gefragt, deswegen beantworte ich Ihnen das gerne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Desiree Becker (Die Linke))</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lassen Sie mich noch einen letzten Punkt ansprechen. Als wenn das nicht alles schon kompliziert genug wäre: Wir sind in einer Welt, die noch mehr Herausforderungen vor der Brust hat. Ich werde jetzt aber nicht über die Erderwärmung reden; ich rede jetzt mal über die digitale Technik. Wie gehen wir denn mit KI-basierten Entwicklungen um? Wir brauchen die internationale Ordnung, um uns auch hier vor Desinformationen, vor Meinungsmanipulation zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vizepräsident Bodo Ramelow:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Herr Abgeordneter, hier meldet sich die digitale Technik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Boris Mijatović</strong> (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deswegen komme ich zum Schluss: Lassen Sie uns gemeinsam die internationale Ordnung verteidigen. &#8211; Vielen Dank, Herr Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schönes Wochenende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Adis Ahmetovic (SPD))</p>
]]></content:encoded>
					
		
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			</item>
		<item>
		<title>Grüne sprechen von Scheinwahlen in Myanmar</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2026/01/01/gruene-sprechen-von-scheinwahlen-in-myanmar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 2026 09:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte & humanitäre Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[Von: Severin Weiland In Myanmar lassen die Militärs Abstimmungen bis Januar durchführen. Der Grünen-Außenpolitiker Boris Mijatović spricht von einer Farce und stellt eine Forderung an die Bundesregierung. Die erste Phase [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von: <a href="https://www.spiegel.de/impressum/autor-62c22fb8-0001-0003-0000-000000000997" target="_blank" rel="noopener">Severin Weiland</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Myanmar lassen die Militärs Abstimmungen bis Januar durchführen. Der Grünen-Außenpolitiker Boris Mijatović spricht von einer Farce und stellt eine Forderung an die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Phase der Wahlen in Myanmar&nbsp;&nbsp;wurde in diesen Tagen durchgeführt, zwei weitere erfolgen im Januar. Es sind die ersten Urnengänge seit dem Putsch der Militärs vor fünf Jahren in dem südostasiatischen Land, dem früheren&nbsp;Burma.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur international steht das Verfahren in der Kritik. Der Grünen-Außenpolitiker Boris Mijatović sprach gegenüber dem SPIEGEL von »Scheinwahlen« und vor dem Hintergrund&nbsp;eines jüngsten Luftschlags der Militärs gegen ein Krankenhaus&nbsp;von »einer kaltblütigen Farce«. Der hessische Bundestagsabgeordnete, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags, wies in diesem Zusammenhang auf Kürzungen im&nbsp;Uno-Haushalt hin, die auch die Beobachtung der Menschenrechtslage in Myanmar betreffen könnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So seien die zu befürchtenden Kürzungen beim »Independent Investigative Mechanism for Myanmar« (IIMM) im Uno-Haushalt 2026 ein »fatales Signal«, so der Grüne. Dieser seit 2018 vom Uno-Menschenrechtsrat eingerichtete Mechanismus sichert Beweise für die schwersten internationalen Verbrechen und Verstöße gegen das Völkerrecht in Myanmar. Er kann laut der Uno in Genf zudem Akten vorbereiten, um faire und unabhängige Strafverfahren vor nationalen, regionalen oder internationalen Gerichten zu erleichtern und zu beschleunigen, die in Zukunft für diese Verbrechen zuständig sind oder sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Luftangriff auf ein Krankenhaus am 11. Dezember in der Gemeinde Mrauk-U im Staat Rakhinewaren waren nach Angaben von Medien und Augenzeugen mehr als 30 Menschen getötet worden.&nbsp;Unter anderem verurteilten die USA den Angriff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mijatović hatte kürzlich in einer schriftlichen Anfrage von der&nbsp;Bundesregierung&nbsp;wissen wollen, welche Kenntnisse sie von den Mittelkürzungen bei der IIMM hat. In einer Antwort des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt, Bernhard Kotsch, heißt es nun, »die Verhandlungen über den Vorschlag zur Finanzierung« des IIMM aus dem »regulären UNO-Budget« seien »noch nicht abgeschlossen«. Das Auswärtige Amt, so Kotsch weiter, »unterstützt die Arbeit des IIMM und setzt sich für dessen Erhalt ein«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den anstehenden generellen Streichungen im Uno-Haushalt schrieb Kotsch, der Vorschlag des Uno-Generalsekretärs&nbsp;António Guterres&nbsp;für das reguläre Uno-Budget 2026 enthalte »umfassende Kürzungen gegenüber dem Uno-Haushalt 2025, die im Zusammenhang mit der Uno-Liquiditätskrise und den Reformanstrengungen des Uno-Generalsekretärs stehen«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem die US-Administration unter&nbsp;Donald Trump&nbsp;hat in den vergangenen Monaten massive Kürzungen ihrer Uno-Gelder angekündigt, so soll etwa allein die jährliche Hilfe für die Nothilfeorganisation Ocha von 17 auf 2 Milliarden US-Dollar sinken und an bestimmte Länder gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grünenpolitiker wollte auch über zu erwartende freiwillige Beiträge der Uno-Mitgliedstaaten an die Uno Auskünfte von der Bundesregierung erhalten. Doch darüber könne »die Bundesregierung keine Aussagen treffen«, so Staatssekretär Kotsch in seinem Schreiben vom 18. Dezember, das dem SPIEGEL vorliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Das Auswärtige Amt unterstützt die Arbeit des IIMM und setzt sich für dessen Erhalt ein.« </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der drohenden Einsparungen in der Uno forderte Mijatović die Bundesregierung auf, sich »klar gegen Kürzungen zu stellen, den Scheinwahlen eine klare Absage zu erteilen und den IIMM politisch und finanziell zu unterstützen«. Es reiche nicht, wenn die Bundesregierung sich im Wort einsetze, sondern müsse den Worten auch materielle Hilfe folgen lassen, so der Grüne.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Myanmar und der Bürgerkrieg</h3>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Myanmar herrscht seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Am 1. Februar 2021 hatte die Armee geputscht und die demokratisch gewählte De-facto-Regierungschefin&nbsp;Aung San Suu Kyi&nbsp;entmachtet. Ihre Partei Nationale Liga für Demokratie (NDL) wurde aufgelöst. Sie sitzt in Haft, ihr Aufenthaltsort wird geheim gehalten. Zuletzt appellierte ihr Sohn an die internationale Öffentlichkeit, sich für seine Mutter zu engagieren. Seit dem Putsch hat der Bürgerkrieg in Myanmar mehr als 80.000 Menschen das Leben gekostet, darunter mehr als 13.000 Zivilisten. Das Uno-Flüchtlingswerk zählt mehr als&nbsp;3,5 Millionen Binnenvertriebene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/scheinwahlen-in-myanmar-gruener-boris-mijatovic-kritisiert-kuerzungen-bei-uno-mechanismus-iimm-a-44a8bc6c-5b32-4337-8397-4d2d7e93a785" target="_blank" rel="noopener">https://www.spiegel.de/politik/deutschland/scheinwahlen-in-myanmar-gruener-boris-mijatovic-kritisiert-kuerzungen-bei-uno-mechanismus-iimm-a-44a8bc6c-5b32-4337-8397-4d2d7e93a785</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://showheroes.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Boris Mijatovic diskutiert im Biotop über 7. Oktober und Völkerrecht</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2025/12/14/boris-mijatovic-diskutiert-im-biotop-ueber-7-oktober-und-voelkerrecht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Dec 2025 08:50:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte & humanitäre Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkreis]]></category>
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					<description><![CDATA[Von: Elvan Polat Der Grünen-Abgeordnete sprach im Biotop über Israels Sicherheit und humanitäre Pflichten. Auch die lokalen Folgen des Konflikts wurden thematisiert. Witzenhausen – Es gehört zu den paradoxen Momenten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von: Elvan Polat</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Grünen-Abgeordnete sprach im Biotop über Israels Sicherheit und humanitäre Pflichten. Auch die lokalen Folgen des Konflikts wurden thematisiert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Witzenhausen – Es gehört zu den paradoxen Momenten demokratischer Öffentlichkeit, wenn ein globales Konfliktgeschehen in einem Saal einer Kleinstadt verhandelt wird und dennoch nichts an Relevanz verliert. Genau diesen Anspruch formulierte die Grüne Jugend des Werra-Meißner-Kreises Mittwochabend im Lokal Biotop in Witzenhausen, als sie zum Expertengespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Boris Mijatovic (Bündnis 90/Die Grünen) einlud. Was als sachlich-informative Veranstaltung angekündigt war, entfaltete sich rasch zu einem dialogischen Forum, in dem sich politisches Ernstnehmen und aufrichtige Neugier produktiv verschränkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mijatovic diskutierte mit Menschen über Krieg, Gewalt und Verantwortung im Nahen Osten und über die Frage, was das mit Kommunalpolitik im Werra-Meißner-Kreis zu tun hat. Moderiert von Mitgliedern der Jugendorganisation entwickelte sich ein Gespräch, das anspruchsvoll, erschütternd, aber markiert von der Suche nach Verständigung blieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundestagsabgeordnete machte unmissverständlich klar, dass der Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 „eine historische Zäsur“ darstelle. Mit knapp über 1200 Toten und hunderten Geiseln sei dieser Terrorakt der schwerste Massenmord an Juden seit dem Holocaust gewesen. Er erinnerte daran, dass Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch das Vorgehen der Hamas als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit klassifiziert hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Mijatovic verstand den Konflikt nicht eindimensional: Er warnte davor, die Legitimität israelischer Sicherheitsinteressen aus dem Blick zu verlieren. „Die Verteidigung Israels ist berechtigt“, sagte er, „aber sie darf nicht zum Freibrief für zivile Katastrophen werden.“ So umriss er die Spannung zwischen Sicherheitsbedürfnis und humanitärem Völkerrecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Reise Friedrich Merzs nach Israel und das Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sorgten im Publikum für Nachdenklichkeit. Merz habe bekräftigt, Deutschland werde „für die Existenz und Sicherheit Israels einstehen“ und zugleich habe er deutlich gemacht, dass dies mit Friedensbemühungen verbunden bleiben müsse. Einige Teilnehmer fragten, ob eine solche Politik mit den Forderungen nach Einhaltung internationalen Rechts vereinbar sei. Mijatovic räumte ein, dass gerade Deutschland in diesen Fragen „eine besondere historische Verantwortung“ trage und forderte eine Politik, die Sicherheit und Menschenrechte gleichermaßen im Blick habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauso wichtig erschien vielen jedoch der Blick auf die Folgen im Inland. Der Konflikt wirke sich längst auf Alltag, Schulen und Gemeindeleben aus, etwa in Form von verstärktem Antisemitismus oder verängstigten jüdischen Mitmenschen. Mijatovic unterstrich, dass Kommunen daher nicht nur Rezipientinnen globaler Konflikte seien, sondern erste Orte politischer Verantwortung, sei es in der Integrationsarbeit, im Schutz religiöser Minderheiten oder in der Förderung demokratischer Bildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Debatten über eine mögliche Einstufung der Kriegsführung im Gazastreifen als Verstoß gegen Völkerrecht oder gar als Verbrechen gegen die Menschlichkeit kamen auf, allerdings mit der Mahnung, juristische Begriffe nicht politisch zu instrumentalisieren. Gerade deshalb, so Mijatovic, bedürfe es öffentlicher Diskurse mit Tiefenschärfe und Wandlungsbereitschaft. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Bundesdelegiertenkonferenz seiner Partei in Hannover, auf der er mit weiteren Abgeordneten einen Antrag einbrachte, der die Bundesregierung auffordere, sich klarer zur Zweistaatenlösung zu bekennen als „einziger tragfähiger Grundlage für eine langfristige Befriedung der Region“. Am Ende stand das Eingeständnis, der globale Konflikt sei komplex, brächte tiefe moralische Konflikte mit sich, aber er betreffe nicht nur jene in Israel oder Gaza. Er betreffe uns alle.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.hna.de/lokales/witzenhausen/witzenhausen-ort44473/boris-mijatovic-diskutiert-im-biotop-ueber-oktober-und-voelkerrecht-94080571.html" target="_blank" rel="noopener"></a><a href="https://www.hna.de/lokales/witzenhausen/witzenhausen-ort44473/boris-mijatovic-diskutiert-im-biotop-ueber-oktober-und-voelkerrecht-94080571.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.hna.de/lokales/witzenhausen/witzenhausen-ort44473/boris-mijatovic-diskutiert-im-biotop-ueber-oktober-und-voelkerrecht-94080571.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rede im Deutschen Bundestag vom 05. Dezember 2025: 30 Jahre Vertrag von Dayton</title>
		<link>https://www.boris-mijatovic.de/2025/12/08/rede-im-deutschen-bundestag-vom-05-dezember-2025-30-jahre-vertrag-von-dayton/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Zehetbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 09:34:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa- und Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.boris-mijatovic.de/?p=4177</guid>

					<description><![CDATA[Boris Mijatović (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe meiner Kollegin Deborah Düring versprochen, nicht zu singen; von daher muss ich Sie jetzt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-video"><video height="360" style="aspect-ratio: 640 / 360;" width="640" controls src="https://www.boris-mijatovic.de/wp-content/uploads/2025/12/7646189_h264_640_360_1000kb_baseline_de_1000.mp4"></video></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Boris Mijatović</strong> (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe meiner Kollegin Deborah Düring versprochen, nicht zu singen; von daher muss ich Sie jetzt mitnehmen in den Bereich der Fantasie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erinnern Sie sich an Vučko? Vučko war dieses kleine Wölflein, das 1984 bei den Olympischen Winterspielen in Sarajevo diese Stadt wunderbar repräsentiert hat. Ich würde sein Heulen gerne vortragen, aber es ist Freitagnachmittag, und Sie wollen ja ohne Hörschaden nach Hause. Ich war damals zehn Jahre alt, und dieses Maskottchen trage ich bis heute im Herzen. Es ist eines meiner Lieblingsmaskottchen. Ich war in dieser Stadt ein Jahr zuvor Eis essen &#8211; und plötzlich stand Sarajevo im Mittelpunkt des Weltgeschehens. Sie können sich nicht vorstellen, wie ich als Zehnjähriger stolz wie Bolle war: UdSSR gegen CSSR im Eishockeyfinale. Kati Witt holte Gold; damals war das noch schwierig, weil Deutschland geteilt war. Meine Klassenkameraden fragten: Was willst du mit Eiskunstlaufen? &#8211; Aber mir war das völlig wurst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine zehn Jahre später stand Sarajevo wieder im Mittelpunkt des Weltgeschehens. Es ist schwer, darüber zu reden. Die Scharfschützen haben von den Bergen geschossen, Mörsergranaten sind eingeschlagen, und dieser Krieg hat wirklich viele Familien auseinandergerissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Damen und Herren, der Vertrag von Dayton ist ein diplomatischer Erfolg, für den ich immer dankbar sein werde. Aber dieser diplomatische Erfolg hat eben auch Hürden errichtet, und über die müssen wir reden. Deswegen möchte ich gern ein paar Punkte aufgreifen, die von Adis Ahmetovic schon angesprochen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, es ist wichtig, dass wir Frieden nicht nur als die Abwesenheit von Gewalt betrachten, sondern als die Anwesenheit von Gerechtigkeit. Dieser Satz ist nicht von mir, sondern von Martin Luther King Junior. Wenn wir heute die Leugner des Völkermordes von Srebrenica sehen, dann müssen wir das verurteilen, meine Damen und Herren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und der Linken)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lieber Herr Botschafter, das ist eine klare Botschaft: Dieses Haus steht, so hoffe ich es, geschlossen hinter Ihnen. Für die AfD-Fraktion kann ich das nach den gehörten Ausführungen leider nicht sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zweite, was ich Ihnen mitgeben möchte, ist: Das Friedensabkommen von Dayton hat die ethnische Spaltung im Staat Bosnien-Herzegowina leider zementiert. Wenn wir heute sehen, welche Blockaden es entlang ethnischer Spaltung gibt, dann müssen wir feststellen: Das ist ein Problem. Drei Völker, zwei Entitäten, ein Staat &#8211; diese Idee ist in dieser Form gescheitert. Als Beispiel sind hier die Urteile vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte genannt worden. Wir unterstützen Bosnien-Herzegowina auf dem Weg in die Europäische Union. Wir unterstützen es auch bei der schweren Aufgabe, die Verbrechen anzuerkennen, die Vergangenheit aufzuarbeiten und die Reformen umzusetzen, die es braucht, um voranzukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Damen und Herren, ich möchte einen dritten Punkt anführen, der mir ebenfalls sehr wichtig ist. Wir begehen den 30.&nbsp;Jahrestag des Friedensabkommens von Dayton. Es sind aber auch 25&nbsp;Jahre seit der UN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ vergangen. Beide Ereignisse sind direkt miteinander verbunden. Wenn man sich vor Augen hält, dass systematische Vergewaltigungen &#8211; ein Kriegsverbrechen &#8211; eingesetzt wurden, dann ist es nur folgerichtig, dass wir diese Verbrechen in der internationalen Gemeinschaft ahnden, thematisieren und dafür sorgen, dass die Verbrecher vor Gericht gestellt und verurteilt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der Linken und des Abg. Knut Abraham (CDU/CSU))</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang, meine Damen und Herren, möchte ich die Nachbarstaaten Serbien und Kroatien dringend dazu aufrufen, die War Crimes Chamber in Sarajevo bei der Strafverfolgung der weiterhin offenen 300 Fälle zu unterstützen. Es kann nicht sein, dass hier Fälle offenbleiben. Es muss zum Teil der Aussöhnung werden, dass wir dies anerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lassen Sich mich noch einen letzten Punkt machen. Auch das ist eine Lehre aus dem Friedensabkommen von Dayton. Sie können nicht innerhalb von drei Wochen im Annex&nbsp;4 eine Verfassung schreiben. Das ist die vierte und die gute Nachricht: Es gibt eine starke Zivilgesellschaft in Bosnien-Herzegowina, in allen Landesteilen, in allen Ethnien. Deswegen: Hören wir auf diese Leute! Setzen wir uns dafür ein, dass sie eine Stimme finden! Ich bin mir sicher, dass sie eine Verfassung für dieses Land schreiben können, die dieses Land verdient hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank, meine Damen und Herren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der Linken und des Abg. Knut Abraham (CDU/CSU))</p>
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