Die Europäische Kommission wird im voraussichtlich im Oktober 2026 eine neue Liste von strategischen Projekten im Rahmen des Critical Raw Materials Act veröffentlichen. Darunter befinden sich auch Projekte in Bosnien und Herzegowina.
Gemeinsam mit meiner französischen Kollegin aus dem Europäischen Parlament, MEP Majdouline Sbai, haben wir daher einen Brief an die Europäische Kommission initiiert, dem sich auch Kolleg*innen aus dem Bundestag und der Assemblée nationale angeschlossen haben. Wir fordern darin, dass bei der Auswahl und Umsetzung von strategischen Projekten der EU in Bosnien und Herzegowina Umweltstandards, Transparenz, die Rechte der lokalen Bevölkerung sowie ihre tatsächliche Beteiligung konsequent berücksichtigt werden.
Mit der grünen und digitalen Transformation wächst die Bedeutung kritischer Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel und Seltenen Erden für die europäische Industrie und strategische Autonomie. Der Westbalkan verfügt über große Rohstoffvorkommen und rückt damit zunehmend in den Fokus europäischer Rohstoffstrategien. Gleichzeitig finden viele der geplanten Bergbauprojekte in Bosnien und Herzegowina in einem Umfeld statt, in dem Transparenz, institutionelle Kontrolle und eine Beteiligung der lokalen Bevölkerung gar nicht oder nicht ausreichend gewährleistet sind.