Srebrenica: Die Verantwortung bleibt

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Der Tod von Ratko Mladic erinnert viele Menschen im ehemaligen Jugoslawien und weltweit an die grausame Zeit der 1990er Jahre. Herr Mladic war ein Hauptverantwortlicher für den Völkermord von Srebrenica, war für zahlreiche Kriegsverbrechen im Krieg in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992 und 1995 verantwortlich und wurde in einem fairen Verfahren zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die internationale Gemeinschaft hatte in den Vereinten Nationen eine gemeinsame Institution der Völkerstrafgerichtsbarkeit eingesetzt. Das Internationale Strafgericht für das ehemalige Jugoslawien klagte von 1993 bis 2017 insgesamt 161 Personen an, von denen 84 zu teilweise empfindlichen Haftstrafen verurteilt wurden. Herrn Mladic wurde die persönliche Verantwortung für die schwersten Verbrechen auf europäischem Boden seit dem zweiten Weltkrieg nachgewiesen und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Für Bosnien und Herzegowina ist dieses Urteil wesentlicher Bestandteil der gesellschaftlichen Aussöhnung. Umso mehr Sorge bereitet der Umstand, dass in jüngerer Vergangenheit der Völkermord von Srebrenica meist von serbischer Seite geleugnet und Herr Mladic als Kriegsheld in Serbien und in der serbischen Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina inszeniert wird.

Die Einrichtung des internationalen Gedenktages für die Opfer von Völkermorden, jährlich am 11. Juli, der an den Völkermord von Srebrenica am 11. Juli 1995 erinnern soll, ist eine Errungeschaft der internationalen Gemeinschaft. Bei der Entscheidung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York hatte der autoritäre Machthaber aus Serbien, Herr Alexander Vucic, eine bizarre und verschreckende Vorstellung geliefert. In serbische Fahnen gehüllt wurde die Ablehnung der Verantwortung für die schwersten Verbrechen besonders von Herrn Mladic deutlich.

Mit dem Tod von Herrn Mladic sollte seine Verantwortung für den Völkermord nicht länger geleugnet werden und die weitere Aussöhnung der Menschen in der Region wieder zur gemeinsame Aufgabe werden.