Die geplante Sperrung des „Kasseler Sterns“ – mehrerer Bahnzulaufstrecken rund um Kassel – durch die Deutsche Bahn, die ausgerechnet in den Zeitraum der documenta 2027 fallen soll, hat bei vielen große Besorgnis ausgelöst. Eine von mir hierzu gestellte schriftliche Anfrage an die Bundesregierung ergab nach zweimaliger Fristverlängerung durch das Bundesverkehrsministerium eine absolut unzureichende Antwort.
Umfangreiche Baumaßnahmen während einer der größten bundesweiten Veranstaltungen bleibt ein völlig unnötiges Risiko. Klar muss ein Schienennetz erneuert werden. Aber das kann auch vor oder nach den 100 Tagen der weltgrößten Ausstellung für zeitgenössische Kunst erfolgen. Ich erwarte, dass der öffentliche Personenverkehr für die etwa 1 Millionen zum Teil internationalen Gäste bestmöglich aufgestellt ist.
Aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums geht hervor, dass die Deutsche Bahn gemeinsam mit dem NVV umfangreiche Kürzungen des Sperrumfangs besprochen hat, um insbesondere den SEV-Bedarf zu senken. Sperrung bleibt Sperrung. Das Bundesverkehrsministerium muss erreichen, dass die Auswirkungen noch weiter minimiert und die Lasten nicht im regionalen Verbund oder bei den Kunden der Bahn verbleiben. Umleitungen und zusätzliche Züge auf ohnehin intensiv befahrenen Strecken dürfen nicht zu Verspätungen oder Zugausfällen führen. Das wäre eine internationale Blamage für die Bundesrepublik Deutschland. Hier sind Mittel für gute Leitsysteme und zusätzliche Ersatzverkehre notwendig, die von der DB oder dem Bund bereitzustellen sind.
Die jüngsten Pläne der Deutschen Bahn die Familienreservierung für Zugfahrten abzuschaffen ist wirklich erschreckend und absolut inakzeptabel. Zugfahrten sind für Familien, gerade auf längeren Strecken, ohnehin oft eine logistische und finanzielle Herausforderung. Eine faktische Preiserhöhung durch die Abschaffung der Familienreservierung ist eine Zumutung und konterkariert alle Bemühungen, Familien für den klimafreundlichen Zugverkehr zu begeistern. Ich erwarte vom Bundesverkehrsminister, dass er sich umgehend einschaltet und darauf drängt, diese familienfeindlichen Pläne der Deutschen Bahn zu beenden. Wir wollen Familien dazu ermutigen, die Bahn zu nutzen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Solche Maßnahmen der Deutschen Bahn senden genau das falsche Signal und wirken dem entgegen.
